Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum

Oberviechtach

Verdiente Oberviechtacher Persönlichkeit

Nachruf auf Dr. Karl-Heinz Foißner - Teamplayer mit Engagement für die Sache
Oberviechtach. (slu) Es gibt nicht allzu viele Menschen, bei denen ein Jahrzehnte langes breitgefä­chertes ehrenamtliches Engagement, fachliche Kompetenz, Selbstlosigkeit und absolute Verläss­lichkeit eine Synthese bilden, die dem Allgemeinwohl in hohem Maße zugute kommt.

Dr. Karl-Heinz Foißner, der in Oberviechtach die Eisenbarth-Apotheke betrieb und am 9. Septem­ber nach einer schweren Krankheit im Alter von 64 Jahren mitten aus dem Leben gerissen wurde, war ein solcher Mensch. Sowohl sein Heimatort als auch die Vereine, in denen er sich mit großer Überzeugung und Tatkraft einbrachte, haben ihm viel zu verdanken. Für seine Verdienste wurde ihm 2016 auf einstimmigen Beschluss des Stadtrats der Ehrenteller der Stadt Oberviechtach ver­liehen. Aber nicht nur im Ehrenamt erfuhr Dr. Karl-Heinz Foißner eine hohe Wertschätzung, es wa­ren vor allem auch seine integre Persönlichkeit, sein lauterer Charakter und seine stets auf Aus­gleich bedachte Wesensart, die Vereinskollegen und Weggefährten fehlen wird.

Eine Bereicherung
Stadtpfarrer Alfons Kaufmann brachte es beim Trauergottesdienst auf den Punkt, als er den Ver­storbenen als feinen, kultivierten Mitbürger charakterisierte. Ihn als Kollegen und Freund zu haben, bedeutete sowohl in der Sache als auch persönlich eine wertvolle Bereicherung und einen großen Gewinn.
Am 18. Februar 1955 in Weilheim geboren, zog Karl-Heinz Foißner mit seinen Eltern 1960 nach Oberviechtach, wo sein Vater, Apotheker Karl Foißner, die Stadt-Apotheke erworben hatte. Wie sich später herausstellte, sollte sich dies für die Stadt in mehrfacher Hinsicht als Glücksfall erwei­sen. Nach dem Abitur am Ortenburg-Gymnasium im Jahr 1974 begann Karl-Heinz Foißner an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich sein Pharmaziestudium, das er im Jahr 1981 mit dem Staatsexamen abschloss.
Von September 1981 bis März 1982 absolvierte er in einer Apotheke in Mühlacker ein Praktikum, und erlangte durch die Prüfung, die er dort ablegte, die Approbation als Apotheker. Von März 1982 bis Dezember 1984 folgte eine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Pharmazeutischen Institut in Freiburg im Breisgau, die er mit der Promotion abschloss.

Apotheke übernommen
1985 übernahm er von seinem Vater die Stadt-Apotheke in Oberviechtach. 10 Jahre später eröff­nete er zusätzlich die Eisenbarth-Apotheke. In der Schweiz lernte Foißner auch seine spätere Frau Rita kennen, mit der er zwei Töchter hatte und die ihn als Apothekerin nicht nur privat, sondern auch beruflich unterstützte.

29 Jahre Museumschef
Es ist in erster Linie das Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum, in dem Dr. Karl-Heinz Foißner auf dem gesellschaftlichen Sektor eine große Lücke hinterlassen wird, denn er identifizierte sich wie kaum ein Zweiter mit Doktor Eisenbarth und dem Museum. Dies war ihm sozusagen in die Wiege gelegt, denn sein Vater Karl Foißner gründete 1967 das Doktor-Eisenbarth- und Heimatmuseum.
29 Jahre lang war Foißner in der Nachfolge seines Vaters als Museumsleiter tätig. Als Gründungsvorsitzender leitete er von 2004 bis 2008 den Museumsverein und fungierte danach bis zu seinem Ableben als 2. Vorsitzender. Unprätentiös, bescheiden und zurückhaltend, wie er war, ging es ihm als Teamplayer dabei immer nur um die Sache. Dabei zeichneten ihn Standhaftigkeit und eine konsequente Haltung aus.

Affinität zur Stadt
Die Affinität von Foißner zu Oberviechtachs berühmtestem Sohn spiegelte sich vor allem auch durch seine Mitwirkung im Doktor-Eisenbarth-Arbeitskreis International wider, zum Beispiel im großen Eisenbarth-Jahr 2013. In dieser Vereinigung, die sich der Eisenbarth-Forschung widmet, war er in allen Belangen einer der ersten Ansprechpartner. An vielen internationalen Eisenbarth-Treffen nahm er mit seiner Frau Rita als einer der Botschafter seiner Heimatstadt teil, und bei den zahlreichen Namensträgern der weltweiten Eisenbarth-Gemeinschaft genoss er hohes Ansehen.

Versiert in Heimatkunde
Dies gilt auch für den Heimatkundlichen Arbeitskreis, in dem Foißner ebenfalls Gründungsmitglied war und ihm somit 32 Jahre lang angehörte. Als im Jahr 2017 in der Vorstandschaft der Posten des Kassiers vakant war, übernahm er das Amt spontan. Die gleiche Bereitschaft bewies er als Mitorganisator von Veranstaltungen des HKA und als Autor der Reihe „Oberviechtacher Heimat­kundliche Beiträge".

Darüber hinaus setzte sich Foißner als Vorsitzender des Fördervereins „Die Ortenburger" bis zu seinem Ausscheiden aus diesem Amt im Jahr 2008 auch tatkräftig für die Belange des Ortenburg-Gymnasiums, seiner ehemalige Schule, ein.
Bei aller Schilderung und Würdigung dessen, was Foißner geleistet hat, kann nichts sein Format als Ehrenmann besser kennzeichnen als die Tatsache, dass er sich bei der letzten Vorstandssit­zung am 26. August von seiner Tätigkeit als Museumsarchivar mit den Worten verabschiedete, die Vorstandschaft solle Sorge dafür tragen, dass das Archiv in gute und kompetente Hände komme. (slu)

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